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Hard Rock, no cafe´

13 05 2019

Los geht´s: Rando´s an der Ampel auf dem Radfahrerstreifen (!)

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Der eine oder andere mag dieses Gefühl kennen:

Später Nachmittag, die Sonne scheint ins Fenster, du quälst dich aus dem Bett, greifst kopfschüttelnd nach der Bierdose auf dem Nachttisch, stellst fest, daß höchstens ein Schluck raus ist, und denkst:

„was für eine Nacht…“

Die wenigsten allerdings denken nun ans Brevetfahren.

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Der Weg ins Nirgendwo

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Um es vorwegzunehmen, ich beschwere mich nicht: ich kannte die Herausforderung, und eigentlich hatte ich Glück, denn es blieb weitgehend trocken, wenn auch windig und kühl. Das liebliche Havelland war ein schöner Auftakt…

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Ich freute mich über den menschlichen Zug des Fährmannes in Havelberg, der lange auf mich gewartet hat, damit ich noch mit den Anderen rüberkomme, obwohl drüben schon etliche Autos warteten. Det is ehm „Osten“…

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noch geschafft

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Trotzdem habe ich selten auf einem brevet dermaßen gehadert und geflucht, dabei war es eigentlich zu Anfang ganz hübsch, bis die Nacht ihre Schatten vorauswarf.

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Randodämmerung

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„Es geht lange durch die Dörfer, also seid vorbereitet,“ hatte Ingo noch geschrieben, war ich auch, mit meinem salzigen Cranberrie/Nußgemisch, was ich nächtelang essen kann, und Mettwürstchen. In Schnackenburg nahm ich noch Bratkartoffeln in der Sonne, war aber hinterher trotzdem so durchgekühlt, daß ich mich richtig schlecht fühlte, als es weiterging, woran auch der plürrige Kaffee zum Abschluß nichts änderte.

Kaffee: Seit etlichen brevets in Italien bin ich in diesem unseligen Modus, daß ich super funktioniere, sobald ich alle zwei Stunden einen Espresso bekomme. Haste aber die 1.Kontrolle nach 168km, isses mit Kaffee, besonders Espresso, nicht weit her. Det is ehm ooch „Osten“.

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noch die angenehmste Variante, solange kein Auto kommt

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So ratterte ich dann auf unzähligen Varianten ätzendster Straßenbeläge wie Preßlufthammer B…B…Bernhard frierend in die Nacht. Jedenfalls hat mir diese „Hölle des Nordens“ (wieso eigentlich nicht des Ostens?) erneut bestätigt, warum ich ein Titanrad mit Tannusreifen fahre: Alles noch dran.

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der hatte auch wenig Spaß, obwohl er den ganzen Tag däumchendrehend auf der Couch lag

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Offen gestanden hatte ich in Neuruppin die Schnauze dermaßen gestrichen voll, daß ich fest entschlossen gewesen bin, in der Tankstelle im Warmen auf den ersten Zug nach Berlin zu warten, scheiß auf die Quali, scheiß drauf, daß es nur noch 70km sind..

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ick bin zu alt für den Scheiß

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Drinnen stellte ich fest, daß ich das Fon mit der DB App noch in der Lenkertasche hatte, und bevor ich mich aufraffen konnte, hatte der Espresso(den es hier endlich gab!) ein Übriges getan:

Ankunft Amstel House 07:27

Bin eben doch ein Randonneur.

Und ich freu mich inzwischen schon auf den 600er nach Kühlungsborn…

Fazit:

Vielleicht sollte man überlegen, den nächsten ARA BB 400er tatsächlich  am Berliner HardRockCafe´zu starten? 😉


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