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Kaiser Wilhelm 1896 – 2018 : radlos…

9 08 2018

Seit dem 8.7.2018 in neuem Glanze:

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Das Kaiser Wilhelm Denkmal in der Porta Westfalica

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Weithin, schon vom Steinhuder Meer aus sichtbar, leuchtet die restaurierte Ringterrasse bei gutem Wetter fast bis ins Hannöversche hinein.

Schon während der Bauphase, und noch mehr in der Zeit nach der Eröffnung ist eigentlich nahezu jeder kluge, dumme oder völlig depperte Satz darüber veröffentlicht worden.

Ich selbst finde sowohl das Projekt, als auch die Ausführung klasse gelungen. Punkt.

Oft radelte ich in den vergangenen Jahren dort hinauf, mal zum Gucken, mal zum trainieren, dann drei- viermal hintereinander. Letzteres ist vorbei, wegen des erhöhten Verkehrs, dort mal sitzen, ist attraktiver geworden.

Macht nichts, es gibt andere Bergstrecken…

Was augenscheinlich niemand der Planer wirklich bedacht hat ist, ist der Umstand, daß sich unten auf dem Weserradweg die Radfahrer staunend entschließen, dort mal „zu gucken“, läßt doch das Gesamtbild auf eine Gastronomie mit herrlicher Aussicht schließen. Oder aus Schaumburg einfach mal hinfahren, da gibt es ja ein Restaurant. Die E-Bike Mobilität ermöglicht dies sehr viel besser als früher.

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das ist bestimmt toll da oben!

Entschließt sich der Radfahrer dazu, was, nach meiner Beobachtung, auch unter der Woche viele, teils sogar große Gruppen tun, erreicht er auf einer schmalen Serpentinenstraße den Kiosk am Parkplatz, nicht ohne zuvor einige Male von Autofahrern, welche der Kaffeedurst zur Eile zwingt, in den Kehren bedrängt worden zu sein. Der Aufgang zum Denkmal bzw. der Ringterrasse ist ihnen versperrt:

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Aus und vorbei

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Nun gibt es am Kiosk natürlich 7? Fahrradständer und sogar eine E-Bike Ladestation, nur:

keiner, aber auch nicht ein einziger Radler, den ich kenne, müht sich auf einen Aussichtspunkt, um 150m vor dem Ziel sein Rad abzustellen, zu Fuß zu gehen, und das, möglichst noch mit viel Ausrüstung bepackte, Velo seinem Schicksal zu überlassen. Außerdem muß ein Foto mit dem Rad gemacht werden.

Der Lohn dafür ist ein kaltes Getränk und eine Ruhepause mit Blick auf die Norddeutsche Tiefebene, und nicht ein Espresso mit Blick auf einen Waldparkplatz.

Für all das ist dort oben genug Platz

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Die Zufahrt ist sogar breit genug für Baufahrzeuge

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Mein Vorschlag ist:

  1. Anlage eines Radfahrerschutzstreifens beidseits bis zum Parkplatz, weil dieser den Autofahrern das Auftreten von Radfahrern verdeutlicht, und so Sicherheit schafft.
  2. Anlage eines zweispurigen Radfahrerschutzstreifens  linksseits der Auffahrt bis auf die Ringterrasse, um Passanten das Gleiche zu verdeutlichen, und so Friktionen zu vermeiden
  3. Schaffung einer Anzahl von Fahrradständern im Infobereich links der Ringterrasse, die Radfahrern das Sicherheitsgefühl gibt, in der Nähe des Rades zu sein, während sie das Denkmal besichtigen.

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Eigentlich sollten diese paar Eimer Farbe und ein Dutzend Eisenanker bei den Baukosten noch drin sein, um eine runde Sache draus zu machen.

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Und, mal ehrlich:

Wenn sich herumspräche, daß es, wegen der vielen Radfahrer dort, bequemer ist, den Shuttlebus zu nehmen, anstatt mit dem Auto hochzufahren, dann wäre sowohl den Verkehrsplanern, als  auch der nachhaltigen Mobilität, und nicht zuletzt auch uns Radfahrern ein Gefallen getan.


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