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rikscha-kuli.de: Landpartie Bückeburg – aus der Kneipe geflogen

15 06 2017

Es fing so schön an:

Wie jedes Jahr fuhr ich trainierenderweise auf der  – auch diesmal gelungenen Landpartie Bückeburg mit den Fahrradrikschas umher, und zeigte fröhlichen Menschen unsere schöne Stadt:

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flott zum Bahnhof

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Kurz vor Ende wurde es dann etwas ungemütlich in besagtem Städtchen,

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Sommergewitter

und ich nutzte eine Pladderpause, um die Rikscha zu meiner Garage zu bringen, damit auch ich dann die 16km nach Hause noch einigermaßen trocken schaffen konnte.

Auf meinem Weg hielt ich noch einmal kurz an, hatte ich doch vor einer bekannten Bückeburger Musikkneipe das Fahrrad meines Freundes Uwe erspäht, für den ich noch etwas in der Tasche trug.

Kaum abgestiegen, forderte mich die – vor dem Lokal mit einem Besen beschäftigte – Wirtin in jenem prägnanten Singsang der unbeugsamen Gallier auf, meine Rikscha (auf welcher sich, wie immer, die Werbung eines (deutlich entspannteren) Mitbewerbers befindet) vor ihrem Lokal zu entfernen.

Rückblende:

2011

Uwe sitzt vor jenem Lokal, ich bringe die Rikscha auf der Straße zum Stehen, weil wir noch etwas zu besprechen haben. Freundlich von der Kellnerin begrüßt, bestelle ich mein Bier, um Sekunden später von besagter Wirtin in eben jenem unverkennbaren Singsang gemaßregelt zu werden, Zitat:

“ Du kannst nischt vor meine Laden Wärbung machen für eine andere.“

Damals verließ ich aus dem Kreise etlicher kopfschüttelnder Gäste das Lokal, wortlos.

2017

Diesmal antworte ich nur knapp – weil sofort im Bilde – daß ich Uwe etwas geben wolle, ob er da sei, ich sei sofort wieder verschwunden, worauf die Wirtin bockig antwortet:

„Isch weis nischt“

Ich aber, denn Uwes Mopped steht ja da, also marschiere ich rein, gebe ihm sein Ding und erkläre, ich müsse sofort wieder weg, mein Fahrzeug sei wieder moniert worden.

An der Theke entgleisen etlichen Gästen die Gesichtszüge.

Dem Wirt nicht.

„Ich gehe dann mal,“ sage ich noch, „bevor das Ding gleich brennt. Und ich denke, ich gehe hier zum letzten Mal.“

Sieht aus, als ob dreißig Jahre Beruf nicht aus jedem einen Profi machen.

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Auf dem Heimweg, im Regen werde ich schon wieder versöhnlich:

Damals, 2015, fegte sie auch vor der Kneipe herum.

Vielleicht isses ja der Besen….

»In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.«

                       Johann Wolfgang von Goethe

Wann kommt der Meister denn zurück?


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