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Hello!

“unplattbare ” Reifen

sind eine ausgezeichnete  Erfindung

unplattbar? Ein Marathon plus….

der Werbeindustrie….

Mal ehrlich, wer wünscht sich das nicht: nie mehr in Dreck, Staub oder Matsch mit klammen Fingern fluchend die Pelle runterzerren zu müssen, um dann wie ein Blöder mit soner Minipumpe das Ganze wieder in eine verwendbare Form zu bekommen?

Das erste Produkt dieser Art, welches ich verwendete, war von der Marke “no flat tyre” aus den Niederlanden. Kolossale Vollgummireifen mit einer Luftkammer, die zunächst durchaus hielten, was sie versprachen, aber aufgrund der morbiden Gummimischung irgendwann zerbröselten, blöderweise in Spanien. Der Ersatz, ein Michelin Weißwandholländerreifen hielt anschließend ohne Panne bis zuhaus.

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Seit etlichen Jahren schwöre ich grundsätzlich auf die Schwalbeprodukte, aber, wie ihr oben sehen könnt, auch die kriege ich kaputt. Und zwar nicht spektakulär, sondern ganz normal:

mit einem Stück Glas in der Lauffläche.

Das Problem bei den Dingern ist, daß spitze Gegenstände meistens zunächst keinen Schaden anrichten, aber in der dicken Gummilage verschwinden.

Im Laufe der Zeit walken sie sich dann bis ins Innere des Reifens durch und produzieren irgendwann eine schwer nachvollziehbare Panne. Insbesondere die kleinen Drahtfissel von geborstenen LKWreifen findest du praktisch nie. Da kannste den Pneu nur noch wegschmeißen.

Der Ehrlichkeit halber sei aber auch gesagt: ich flicke schon deutlich seltener.

Aber wenn, dann gehen die Marathon Plus so schwer runter, und noch schwerer wieder drauf, daß du mit nem herkömmlichen REifenheber und ohne Kabelbinder zum Halten kaum eine Chance hast.

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Deswegen fahr ich die auf dem Randonneur überhaupt nicht mehr, sondern schleppe lieber eine Ersatzdecke und das gute, alte Flickwerkzeug mit.

Denn nix ist ätzender, als wegen stundenlanger Basteleien aus ner guten Gruppe zu fliegen.

“bikefitting”

Auf dem richtigen Weg – Testphase

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der Sinn eines Bikefittings ist ja, das Parallelogramm Lenker-Schultern -Sitzposition-Pedale nach medizinischen Gesichtspunkten zu optimieren.

Jede Veränderung zieht folglich Veränderungen der anderen Eckpunkte nach sich.

Auch Schiefstände der Wirbelsäule, unterschiedliche Beinlängen haben starken Einfluß, weil erzwungene oder eingenommene (Schon)haltungen den achsengerechten Energiefluß behindern.

Letztlich ist unser Körper ja nach den Regeln der Geometrie aufgebaut, und die muß halt stimmen.

Bei Profis bietet sich so die Möglichkeit, den Tick mehr Leistung zu kriegen, um zu siegen.

Ich denke, daß auch für Randonneure so ein Bikefitting sehr hilfreich sein kann, weil die Belastung für uns nicht nur Stunden, sondern Tage und Nächte dauert.

 

Meines bei Kom*Sport hat mir ein völlig neues Gefühl des Radfahrens erschlossen:
http://www.tabula-raser.de/komsport-mass-macht-mobil/5280

 

Inzwischen ist mein Randonneur nach deren Vorgaben verändert worden und ich habe den brachialen 200er im Weserbergland mit fast 3000hm ohne Rückenschmerzen absolviert:

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Prometheus 1A4 – kampfwertgesteigert

 

Kostet halt was, aber auch das Rundum ist durchaus stimmig.

 

 

Mein Dank für die Umsetzung gilt, wie schon so oft, der Mannschaft von Radsport Lindemann!

 

ARA 200 Weserberglandrandonneure 2017

Warum die da wohl steht?

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Also, die Weserberglandrandonneure heißen ja nun mal nicht Flachlandtiroler.

Und damit ist auch eigentlich auch alles gesagt.

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da isser endlich…

 

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laß mich sterben!

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nur noch Völkerdingsbums und der Solling…

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Schmerz vergeht – Ruhm bleibt

Das nächste Jahrzehnt …

“ich finde, jemanden, der so verrückt ist wie du, muß man unterstützen, ” brummte Franz Lindemann vor gut 10 Jahren, “wenn du willst, bau´ ich dir ein Reiserad.”

Das hat er dann auch gemacht.

Das Da Silva 2006 in Belgien

 

Zehntausende von Kilometern haben wir beide seitdem in ganz Europa und Vorderasien bis ins wilde Kurdistan zurückgelegt, auch die ätzenden Wintermonate zuhause mit Streusalz haben dem edlen, gemufften Rahmen aus Columbusstahl mit der Zeit schwer zugesetzt.

So wurde es dann Zeit für ein neues Kleid.

Hier half erstmal die Colours Manufaktur in Zwickau mit einer sauberen Pulverbeschichtung.

Die vertickern Komplettangebote unterschiedlicher Qualität via EBay und liefern, wie wir feststellen konnten, saubere Arbeit ab. Sehr empfehlenswert.

Den Rest der Arbeit hatte wieder mal die Mannschaft von Radsport Lindemann, wo Zerlegung des rostigen Originals, Wegschmeißen der Gammelteile und schlußendlich der Wiederaufbau meines Arbeitsrades in bewährter Weise erledigt wurde, hauptsächlich vom neuen Mitarbeiter Basel, der ziemlich staunte, daß ich mit dem Ding auch schon in seiner Heimat unterwegs war.

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Schön, oder?

 

Wieder einmal danke, Helena, Franz, Milan, Basel!

Im Ernst, das Meiste von dem, was ich gefahren habe, hätte ohne Euch nie stattgefunden.

Und ich hoffe, daß es das noch lang nicht war….

Euer tabula-raser

ARA Kiel 400 2017 – Kaltstart

Der Kieler 400 begann mit einem Aprilscherz:

Abends schaute ich nochmal im Netz nach der Startzeit, da steht 08:00.

Schön, dachte ich, stellte den Wecker eine Stunde weiter, und trank noch ein Hopfenenergiegetränk.

Um 06:00 aufgestanden, blickte ich auf das carnet du route, da steht: 07:00

Das war ziemlich doof, ohne Kaffee und gepflegten Stuhlgang.

Aber sonst gibt es nix zu meckern

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Frühling in Schleswig Holstein

 

Vielleicht ein wenig überheblich, nach 3 Monaten mit einem zähen Infekt und lediglich 1800km auf dem Tacho (fürs erste Quartal) aus dem Stand den 400er zu fahren, ob nun in Kiel, wo es für mich immer schwer war, oder anderswo.

Vielleicht lag es am herrlichen Frühlingsduft, daß ich schon am ersten km  Bock hatte.

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lauer Wind, immer von vorn

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Möglicherweise war es das Bewußtsein des Nicht- fit- seins, welches mich schnell in einen Rhythmus brachte, eher der schwere Schlag von Galeerensklaven, aber immerhin…

Eventuell war es der Umstand, dort im letzten Jahr abgebrochen zu haben, daß ich in Reinfeld richtig Bock hatte, zugunsten des Tageslichts die fällige Eßpause verschob und mit inzwischen leichten Beinen in die Dämmerung verschwand.

Garantiert war es reines Glück, daß ich den Poker gegen das infernalische Gewitter auf der See bei Heiligenhafen gewann, und ohne Regenzeug durchkam.

Bestimmt hat geholfen, daß diesmal nur vereinzelt riesige, brummende Käfer mit grellen Augen in der Nacht infernalischen Scheißegestank verbreiteten…

Ganz gewiß hat die von KOM*SPORT neu eingestellte Sitzposition sehr geholfen.

Klar merke ich heute, ich muß noch einiges tun.

Warum ich das Ding in so herrlicher Laune einfach runtergefahren hab, keine Ahnung.

Ist mir auch egal, war ein wunderbarer Tag.

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Auf dem richtigen Weg

 

Danke nach Kiel!!!

10 Jahre Randonneur – wie ich Claus Czycholl kennenlernte…

Am 31.03.2007 fuhr ich meinen ersten Brevet. Hier ist die Geschichte dazu:

Im Januar hatte ich eine Email von Helmut bekommen, mit dem ich im Vorjahr zusammen bei der Styrkeproven unterwegs gewesen war. Er schrieb:

“Sag mal, du bist doch so ein starker Fahrer, wäre Paris-Brest-Paris nichts für dich?”

Damals noch neu im Umgang mit Internet googelte ich etwas herum und anwortete dann knapp, er sei “wohl bescheuert.”

Andererseits begann mich aber, da ich bei RTF immer etwas unglücklich war, die insgesamt deutlich andere Zielsetzung dieser “Randonneurs” zu interessieren, und nu ja, nach Trondheim – Oslo mit nem Reiserad und Anhänger (in der Zeit) konnten 200km wohl nicht so aufregend werden, dachte ich.

Also meldete ich mich da mal aus reiner Neugier an.

Nach einer weitgehend schlaflosen Nacht verließ ich am Morgen jenes 31. März den Hamburger Hauptbahnhof und erreichte kurz vor knapp die Gesamtschule Horn.

Starr vor Angst.

Ich hatte nämlich gut eine Woche zuvor in einer Sendung von “rose.de” die Erstausgabe einer neuen Fahrradfachzeitschrift erhalten, die -zum Bekanntwerden- kostenfrei beilag.

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Claus in Aktion

 

Darin stand ein etwa 5-seitiger Artikel über jenen Claus, welcher etwa 15 Jahre zuvor in Deutschland die ARA gegründet hatte, und Samstags mal eben mit sein´ Kumpel Friedhelm anne Ostsee fuhr, Eis aß und wieder zurück nach Hamburg strampelte.

Ich war felsenfest davon überzeugt, diese 200km nicht zu überleben.

In die Schulaula eingetreten, erkannte ich ihn sofort, wich erstmal aus und machte die Bekanntschaft seiner Frau, die mir lächelnd ein paar Papiere aushändigte und für die Gattin eines derartigen Tieres beruhigend menschlich wirkte.

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Beim Brevet kriegst du einen Stempel aufgedrückt

Beim Brevet kriegst du einen Stempel aufgedrückt     (Foto: Claus)

 

Dann ging es auch schon los.

Irgendwie war das alles nicht so schlimm, in einer gemütlichen Gruppe rollte ich über den Altenbekener Damm, wurde als Neuling identifiziert und freundlich angesprochen, was ich zum Anlaß nahm, mit der einen oder anderen vorsichtigen Frage mal mein Bild von “diesem Claus” zu relativieren.

Der sei ja “auch schon viel ruhiger geworden”, hieß es…

Wie dem auch sei, ich hatte Spaß, quatschte hier, blödelte da und – im Gegensatz zu diesen RTF -Schlachten, wo alles losbrettert, als gäb´s kein Morgen, fühlte ich mich wohl.

Nach 122km, in DAHLENBURG, knallte an der Kontrolltanke eine Pranke auf meine Schulter, ich wurde in einem liebevollen Schwitzkasten gefangen, und Claus brüllte begeistert:

“Junge, es ist eine Freude, dir beim Fahren zuzusehen!”

“Nee”, dachte ich konsterniert, “der SIEHT dich?”

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Frischling

Frischling                                                                    (Foto: Claus)

 

An der Fähre Neuhaus hatte ich dann auch gleich die erste Brevet- Reifenpanne, und Claus die Gelegenheit, Moppel beim Flicken zuzuschaun. Ich sehe noch sein Gesicht, als ich den neuen Pneu lässig mit der CO2 Patrone vollschoß…

Der 200er war eine Lust, zufrieden und glücklich versammelten wir uns am Ende wieder in der     Horner GS, wo Claus mich fragte, ob es mir gefallen habe.

“ja, ” antwortete ich, “jetzt wär ein Bier nicht schlecht.”

“Das gibt´s erst nach dem 6ooer!”, bellte Claus…

Nicht nur wegen des Bieres habe ich den dann auch bei ARA Hamburg gefahren.

Seither begegnen wir uns meistens in der “Stadt der Liebenden”, Paris, denn da war ich inzwischen schon dreimal. Dank Claus und dieses 200km Brevets.

Neulich hat Claus mir ein paar Bilder von meinem Erstling geschickt, mit dem Satz:

“Bist ein kerniger Typ geworden. Das liegt am Radfahren.”

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Da hatter wohl Recht...

Da hatter wohl Recht…