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Entschiedener Widerspruch – MT heute

1 02 2018

Draußen auf dem Feld ist alles gut in Minden – nur ein wenig glatt

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Am 22. 1. 2018 hatte Herr Korfesmeyer im MT den Bericht „im Cityverkehr“ verfaßt, in welchem der Fahrradbeauftragte der Stadt Minden sich brüstete, wie toll fahrradfreundlich diese Stadt sei.

Unter Anderem behauptete dieser, die Regelung für Radfahrer in der Innenstadt sei klar und unmißverständlich geregelt. Das konnte ich so nicht stehen lassen:

Mein Leserbrief

Der Text:

„In dem Artikel stellt der Fahrradbeauftragte dar, dass die Regelung für Radfahrer und Fußgänger in der City eindeutig sei. Wie schon der Leserbriefschreiber kürzlich erklärte, ist dem nicht so: Man kann mit dem Rad von ZOB, Tonhallen- und Vinckestraße aus regelkonform über Marktplatz und Scharn in die Bäckerstraße hineinfahren und diese am Wesertor wieder verlassen. Des Weiteren schildert er wortreich all die positiven Aspekte in der Innenstadt, welche den Erhalt des Titels „Fahrradfreundliche Stadt“ durch die AGFS begründen.

Nun orientiert sich die AGFS jedoch scheinbar zielführend daran, in welcher Form Innenstädte für Radtouristen attraktiv gemacht werden: Ein Radwanderer, der, weserabwärts fahrend, die Schlagde erreicht, mag den Marktplatz leicht finden, dort beim Billigbäcker einen Kaffee und ein Teilchen erstehen, um dann, nach einem Selfie auf dem Domplatz, gestärkt in Richtung Petershagen aufzubrechen. Das ist fahrradfreundlich. Spätestens jedoch an der Schachtschleuse erkennt dieser Radler dann, wo die Chance vertan wurde, im Zuge des „Jahrhundertbauwerks“ einen sicher befahrbaren Übergang auf den Weserradweg zu schaffen, wie weit es mit der Fahrradfreundlichkeit dieser Stadt tatsächlich her ist.

Als Radfahrer, welcher seit nunmehr 20 Jahren täglich Minden auf dem Arbeitsweg mit dem Rad durchquert, widerspreche ich ihrer Darstellung auf das Entschiedenste: Nicht nur in der City, sondern im gesamten Stadtgebiet herrscht ein unverständliches Wirrwarr von Beschilderungen für Radfahrer, aus dem nur selten eine klare Radwegführung oder die zu befahrende Straßenseite hervorgeht.

Beispielhaft seien hier Stift- und Marienstraße genannt, wo die Radwegbenutzungspflicht längst aufgehoben ist, aber rote Markierungen und Ampeln mit Fahrradsymbolen dem Kraftfahrer das Vorhandensein einer solchen suggerieren. Tagtäglich wird man dort – sogar von Fahrlehrern – belehrt, bepöbelt, behindert und bedrängt, was zur Folge hat, dass ängstlichere Radfahrer auf den Gehweg fliehen und dort ihrerseits Fußgänger behindern.

Der neue Radfahrerschutzstreifen auf der Marienstraße stadteinwärts, der sich inmitten einer Supermarktausfahrt und eines Zebrastreifens plötzlich materialisiert, und genauso plötzlich in einer riesigen Pfütze wieder verschwindet, ist ein ausgezeichnetes Beispiel für den halbherzigen Aktionismus, mit dem in Minden die Belange der – steuerzahlenden – Alltagsradler behandelt werden. Wie der Fahrradbeauftragte richtig feststellt, ist noch ordentlich Luft nach oben. Daher fordere ich ihn auf: Fangen sie an zu arbeiten! Ich stehe für Fragen oder Anregungen gern zur Verfügung.“

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Ich möchte diesbezüglich noch anfügen, daß der Kommentar des Redakteurs, Herrn Korfesmeyers, auf jener Seite lesenswert war:

„Mehr Solidarität, bitte“

forderte er, und schrieb weiter:

„Es ist kein Phänomen der Mindener Innenstadt, daß es zwischen Radfahrern und Fußgängern häüfiger zu Konflikten kommt. Beide fühlen sich oft voneinander gestört. Die einen, weil sie absatteln müssen – die Anderen, weil sie Angst haben, über den Haufen gefahren zu werden.

Daß Städte das Radfahren in Fußgängerzonen uberhaupt regeln müssen, ist schade. Anders geht es aber auch nicht, weil Toleranz und Solidarität im Verkehr immer weniger zu beobachten sind. Jeder sieht nur sich, und seine Interessen. Mehr Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme: Fehlanzeige!“

Herr Korfesmeyer zieht den Schluß:

„Würde der gesunde Menschenverstand eingeschaltet, bräuchte es keine Schilder. Jeder einsichtige Mensch weiß, daß er mit dem Rad nicht durch vollgestopfte Einkaufsgassen sausen kann. Anders kann es aber auch nicht sein, daß Fußgänger gleich rotsehen, wenn ein Radler aufsattelt, wenn wenig los ist – und es zufällig gerade verboten ist. Es könnte so schön sein, wenn die Vernunft immer siegt.“

Quelle:MT vom 22.1.2018

Dem ist absolut nichts hinzuzufügen.


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