Fleche Allemagne 2017 – eine Gruppendynamik

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Am Anfang steht ein großer Gedanke:

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Ein Team, zu deutsch :”Mannschaft”

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“Die Herausforderung besteht vor allem darin, eine Strecke zu wählen, bzw. ein Team zu bilden, das dazu passt, dann zusammen zu fahren um schlussendlich auch zusammen aus- und anzukommen. Egal was zuerst da ist – die Strecke oder das Team: Sie sollten aufeinander abgestimmt sein, bis auf den letzten Mann oder Frau. Der Flèche ist im Gegensatz zu den Brevets, wo jeder auf sich allein gestellt ist, immer eine Teamleistung, das Ziel ist: Wir kommen gemeinsam an.

                                                                                                                                              aus dem Regelwerk der ARA

Die Bildung einer Mannschaft kann nun im Prinzip nach zwei Kriterien erfolgen:

1.: eine Anzahl Sportsfreunde, die öfter zusammen fahren, und sich kennen, beschließen, diese     Herausforderung gemeinsam anzunehmen.

2.: Fahrer, die so eine Gruppe nicht finden, verabreden sich im Internet. Über eine solche schreibe ich.

Geht der Fleche dann los, erkennt  ein in Menschenführung geschulter Beobachter sehr schnell die, wie immer ,in einer Gruppe vertretenen Charaktere:

Der “formelle Führer”:

Der hat im Vorfeld die meiste Arbeit gehabt, das Geld zusammengetrieben, den ganzen Anmeldungskram erledigt und genießt faktisch den Status des “Kapitäns”, gleich, wieviel Wert er darauf legt, oder wie “qualifiziert” er dafür sein mag. Er hat das Gruppenziel im Sinn, und ist bereit, sich dafür zu opfern.

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Der “informelle Führer”

Häufig auch leistungsmäßig der Stärkste, erkennt er instinktiv die Vorzüge und Schwächen der anderen Gruppenmitglieder, stellt sich mit Begeisterung in den Dienst der Sache und versteht es, jeden dazu zu motivieren, am gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Dabei stellt er die eigenen Qualitäten gern auch zurück.

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Der “Meuterer”

Ständig einen leichten Testosteronduft verbreitend, betont er ständig seine persönlichen Qualitäten und erhebt unterschwellig den Anspruch darauf, die Marschrichtung zu diktieren. Obschon er selbst sich der Gruppe durch Übernahme von Arbeitsanteilen wenig dienlich zeigt, sondern vielmehr deutlich durch Zuwendung und Gesprächsanteile signalisiert, welche Gruppenangehörigen er für überflüssig hält.

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Der “Mitläufer”

Indifferent freundlich zu allen lotet er aus, welches Gruppenmitglied ihm beim Fortkommen am dienlichsten sein dürfte, weil er selbst keine Leuchte ist.  Solange er an dich glaubt, bist du sein Mann, erscheint ihm aber ein Anderer als nützlicher, läßt er dich verrecken.

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Der “Arbeiter”

Will ans Ziel. Ist vielleicht nicht schnell, aber zäh, und kommt immer irgendwie durch, egal ob es eine oder 5 Nächte sind.

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Vorausgesetzt, er hat Bock drauf.

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Hatte er aber irgendwann nicht mehr.

 

In einer Mannschaft wäre das vielleicht anders gewesen.

 

P.S.:

Wenn sich für den nächsten Fleche eine Truppe findet, die sich zum Frühstück trifft, und dann  – jeder auf eigene Kappe – bis zum letzten Kontrollpunkt fährt, um von dort aus gemeinsam ´reinzufahren, bin ich euer Mann.